"Man muss der Zeit Zeit lassen."  Johannes XXIII. (1881-1963)

„Denn wenn du begreifst, ist es ja nicht Gott“ – Gedanken zum Weihnachtsfest

Was ist Weihnachten? Schneefall, Räucherkerzen und Kerzenschein? Sicher das mag helfen, eine sogenannte „weihnachtliche Stimmung“ zu bekommen.

Aber das ist nicht das, was Goethe als des „Pudels Kern“ bezeichnet hätte. Maria, Josef, das Jesuskind in der Krippe, Hirten, die Weisen aus dem Morgenland, ist das der Kern? Das kann helfen, den Kern zu finden.

Den Kern von dem, was wir Weihnachten feiern, hat der Evangelist Johannes auf den Punkt gebracht:

„Im Anfang war das Wort (LOGOS), / und das Wort war bei Gott, / und das Wort war Gott. … Alles ist durch das Wort geworden / und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist. … Und das Wort ist Fleisch geworden / und hat unter uns gewohnt“    

und

„Allen aber, die ihn aufnahmen, / gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, / allen, die an seinen Namen glauben“

Johannes komprimiert im Prolog zu seinem Evangelium, der das Evangelium des Weihnachtstages ist, die von Matthäus und insbesondere Lukas beschriebene Deutung der Geburt Jesu.

Wie Johannes das tut, wie er Weihnachten deutet, ist eine Ungeheuerlichkeit!

Der LOGOS, der der Ursprung allen Seins! ist, nimmt unsere Gestalt, unser Fleisch an, um unter uns zu wohnen! Er verheißt uns, dass wir Kinder Gottes werden können!

Welche Verheißung an uns!

Wir müssen „Ihn“ nur in unserem Herzen aufnehmen!

Können wir diese Gnade erfassen oder begreifen?

Nein!  „Denn wenn du begreifst, ist es ja nicht Gott“ sagte der Heilige Augustinus.

Wir können da nur staunen und anbeten, wie die Hirten, von denen nur Lukas erzählt, weil er beschreiben wollte, wie Menschen auf dieses unvorstellbare Angebot Gottes reagieren.