"Nichts ist feiger und gewissenloser als der Wunsch von allen Menschen geliebt zu werden." Marie Ebner-Eschenbach

Welche Bedeutung hat der 17. Juni 53 noch für uns?

Stasigefängnis Bautzen II

Die Aufteilung Deutschlands in Besatzungszonen 1945 bildete die Grundlage der deutschen Teilung. Diese wurde am 7. Oktober 1949 mit der Gründung der DDR besiegelt. Die sowjetische Besatzungszone wurde Teil des Ostblocks also dem sowjetischen Imperium unterworfen. Einer nationalsozialistischen Diktatur folgte die sozialistische.

Vor 70 Jahren, in den Tagen um den 17. Juni 1953 kam es in der damaligen DDR zu einer Welle von Streiks, Massen-Demonstrationen und politischen Protesten gegen Willkür und Diktatur. In allen Regionen wurden Forderungen, wie der Rücktritt der Regierung, freie Wahlen und Freilassung aller politischen Gefangenen gestellt. Die sowjetische Besatzungsmacht beendete den Volksaufstand gewaltsam unter Beteiligung von Polizeikräften des DDR-Regimes.

Etwa 55 Menschen wurden dabei von den Sicherheitsorganen der DDR oder von sowjetischen Soldaten getötet. Mehr als 15.000 Bürger wurden inhaftiert. Die DDR-Justiz verurteilte viele zum Tode oder sie mussten mehrjährige Haftstrafen erleiden.

Am 17. Juni 1953 haben alle Menschen nicht nur in Deutschland erfahren, welchen Weg der sogenannte reale Sozialismus aus der Sowjetunion gehen wird, um seine unmenschlichen Ziele auf der Welt zu erreichen. Wir dürfen dieses Ereignis nicht vergessen.

Die Herrschaft der sowjetischen Ideologen hat Johannes Paul II. in „Centesimus Annus“ auf den Punkt gebracht:

„Wenn Menschen meinen, sie verfügten über das Geheimnis einer vollkommenen Gesellschaftsordnung, die das Böse unmöglich macht, dann glauben sie auch, dass sie für deren Verwirklichung jedes Mittel, auch Gewalt und Lüge, einsetzen dürfen.“

Leider erleben wir auch heute, dass es solche Menschen gibt. Wenn es gegen „Rechts“ oder gegen die „Klimakrise“ geht, meinen manche Menschen, das Recht in die eigenen Hände nehmen und Straftaten begehen zu dürfen. Natürlich nur mit dem Ziel, eine vermeintlich bessere Welt zu schaffen.

Wir haben bei Personen in Kirche und Partei nachgefragt, welche Bedeutung der 17. Juni aus ihrer Sicht hat, und mal kürzere oder auch längere Antworten erhalten. Hier einige Auszüge daraus (alphabetische Reihenfolge):

„Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit. Sie muss stets verteidigt werden.“ Mario Czaja MdB

„The East German uprising of 17 June 1953 is therefore a defining moment in our common Central European memory.” Kristóf Dallman, Universität Pécs

„Dieser Tag mahnt uns zum Einsatz für eine freie Gesellschaft und eine offene Demokratie.“ Alexander Dierks MdL

„Er bleibt für mich ein Gedenktag, denn er mahnt uns, in hoher Verantwortung mit den wertvollen Gütern Einheit, Freiheit und Gerechtigkeit umzugehen.“ Diakon Dr. Daniel Frank

„Trotz Scheitern des Volksaufstandes war es nicht umsonst, sondern er legte die Saat für die friedliche Revolution 1989.“ Dr. Peter Jahr MdEP

„Wachsam bleiben und sich wehren, meinten immer meine Eltern zu mir - gerade in dieser jetzigen wiederum ideologisch geprägten Ampelregierungszeit – meine ich.“ Mathias Kretschmer  KA Sachsen

„Menschen kann man unterdrücken, ihren Wunsch und Willen, frei zu sein und demokratisch zu leben nicht.“ Michael Kretschmer MdL, Ministerpräsident und Vorsitzender der CDU Sachsen

„Das Privileg unserer freiheitlichen Demokratie sollte uns anspornen, dem 17. Juni 1953 in der gesamten Bundesrepublik mehr Geltung zu verschaffen.“ Susan Leithoff MdL

„Der Arbeiteraufstand am 17. Juni 1953 war das erste revolutionäre Aufbegehren gegen die kommunistische Diktatur, den der Ungarnaufstand 1956, der Prager Frühling 1968 und die Solidarność 1980 folgten.“ Dr. Matthias Rößler MdL

„Die Opfer an Toten und Inhaftierten, welche die gewaltsame Zerschlagung des damaligen Volksaufstandes in der DDR gefordert hatte, ließen mich als Heranwachsenden erschauern.“ Bischof Heinrich Timmerevers

„Die damals in der DDR aktiven Menschen, welche gegen die Herrschaft der Kommunisten auf die Straße gingen, waren mutige Menschen, die schon sehr früh den Versuch unternahmen, auch in Ostdeutschland Demokratie und Freiheit durchzusetzen.“  Jörg Woidniok Kreisrat

[Link zu den Originalstellungnahmen]