Gedanken zum 17. Juni 1953

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„Der 17. Juni 1953 steht für den Mut der Menschen in der DDR, sich gegen Willkürherrschaft, Unterdrückung und fehlende Freiheit zu erheben. Ihr Aufstand wurde brutal niedergeschlagen, doch ihr Einsatz für Freiheit und Würde wirkt bis heute nach.

Er erinnert uns daran, dass Freiheit und Demokratie niemals selbstverständlich sind. Sie müssen verteidigt, gelebt und immer wieder neu erkämpft werden, gegen Gleichgültigkeit, gegen autoritäre Versuchungen und gegen jede Form politischer Willkür.

Die Erinnerung an diesen Tag bleibt damit Auftrag und Verpflichtung, Freiheit und Demokratie entschlossen zu schützen.“

Oliver Schenk MdEP

Bild: Tobias Koch

„Eine halbe Million Menschen beteiligte sich am Volksaufstand vom 17. Juni 1953. Dieser Mut für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte einzutreten, bleibt für uns alle ein Vorbild und ständige Mahnung! Demokratie ist kein Selbstläufer, sondern harte Arbeit.“

Nina Warken MdB, Vorsitzende der Frauen Union der CDU Deutschlands, Bundesministerin für Gesundheit

Christiane Schenderlein, Staatsministerin für Sport und Ehrenamt, aufgenommen im Bundeskanzleramt.

„Der 17. Juni 1953 ist kein fernes Kapitel, sondern ein Moment, der uns als Demokrat/innen bis heute Orientierung gibt. Was als Protest gegen konkrete Arbeitsnormen begann, weitete sich binnen kurzer Zeit zu einer politischen Bewegung aus. Menschen forderten offen das ein, was ihnen vorenthalten wurde und riskierten damit Leib und Leben.

Die Reaktion des SED-Staates war unmissverständlich. Er beantwortete den Protest nicht mit Ausgleich, sondern mit Repression. Der durch die sowjetische Besatzungsmacht verhängte Ausnahmezustand und der Einsatz militärischer Gewalt zeigen, dass es keine Bereitschaft gab, Kritik zuzulassen oder Veränderung zu ermöglichen.

Der 17. Juni veranschaulicht, wie schnell sich der Handlungsspielraum in einer Diktatur schließt. Was für ganz kurze Zeit sichtbar und sagbar wird, kann ebenso schnell wieder unterdrückt werden. Gerade darin liegt die historische Schärfe dieses Tages über das konkrete Ereignis hinaus.

So bleibt der 17. Juni ein Prüfstein. Er erinnert daran, dass Freiheit und Demokratie nicht aus sich selbst bestehen. Sie beruhen darauf, dass Menschen sie tragen und einfordern und das auch dann, wenn es unbequem, ja gefährlich wird. Die Frauen und Männer des 17. Juni haben für ihre Sehnsucht nach Freiheit und Mitbestimmung einen hohen Preis bezahlt.

Für uns heute heißt Erinnern nicht, historische Situationen einfach zu vergleichen. Vielmehr heißt es, wach zu bleiben für die Verletzlichkeit von Freiheit und für die Verantwortung, sie zu schützen. Der 17. Juni ist deshalb eben keine bloße Erinnerung, sondern auch ein Maßstab dafür, wie ernst wir es mit unserer Demokratie meinen.“

Dr. Christiane Schenderlein MdB, Staatsministerin für Sport und Ehrenamt im Bundeskanzleramt

Bild: Alexander Fuhrmann

„Die Erinnerung an den Volksaufstand von 1953 mahnt uns, Demokratie, Freiheit und Menschenrechte niemals als selbstverständlich anzusehen. Sie erfordern unsere Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, uns für Rechtsstaatlichkeit einzusetzen und ein respektvolles Miteinander zu wahren.“

Christian Piwarz MdL / Finanzminister Freistaat Sachsen

„Der 17. Juni 1953 ist unser aller Schicksalstag. Für unser Land. Für unsere Geschichte. Für unser Verständnis von Freiheit.

Was als Arbeiterprotest begann, wurde zu einem Volksaufstand. Menschen erhoben sich gegen Unrecht. Gegen Unterdrückung. Gegen ein Regime, das ihnen ihre Würde nahm. Sie wollten nichts weniger als Freiheit, Demokratie, Selbstbestimmung. Sie wussten um die Gefahr. Es war eine berechtigte Angst. Und doch war ihr Wunsch nach Freiheit größer. Vor diesem Mut verneige ich mich.

Mehr als eine Million Menschen gingen auf die Straße. Friedlich. Mutig. Entschlossen. Tausende bezahlten dafür mit ihrer Freiheit. Mindestens fünfzig mit ihrem Leben. Sowjetische Standgerichte verhängten Todesurteile. Schnell. Unbarmherzig. Mindestens achtzehn Menschen wurden hingerichtet.

Der 17. Juni mahnt. Er zeigt, was Menschen bereit sind zu riskieren, wenn ihnen die Freiheit genommen wird. Und er zeigt, wie brutal ein System reagiert, das seine Macht bedroht sieht.

Und doch: Dieser Tag wirkte fort. Über Jahrzehnte. Bis 1989. Bis zum Fall des SED-Regimes. Der entscheidende Unterschied: 1989 rollten keine russischen Panzer mehr. Das ist die Botschaft dieses Tages: Am Ende kann Freiheit stärker sein als Waffen. Mut stärker als Angst. Menschlichkeit stärker als Gewalt.

Der 17. Juni ist deshalb kein vergangenes Datum. Er ist Auftrag. Für uns. Heute mehr denn je. Demokratie ist nicht selbstverständlich. Sie lebt von uns. Von unserer Haltung. Von unserer Beteiligung. Wenn wir sie nicht wählen, wird sie gehen. Das dürfen wir nicht zulassen.“

Gitta Connemann MdB, Bundesvorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT)

„Der Volksaufstand am 17. Juni 1953 war ein Wendepunkt der europäischen Geschichte: Zum ersten Mal breitete sich der Widerstand gegen die sowjetische Gewaltherrschaft wie ein Lauffeuer aus. Mehr als eine Million mutige Menschen gingen auf die Straße und forderten Freiheit und Demokratie statt Unterdrückung und Fremdbestimmung. Die blutige Niederschlagung der Streiks und Demonstrationen bleibt uns bis heute eine Mahnung, dass Recht und Freiheit keine Selbstverständlichkeiten sind. Zugleich steht der 17. Juni für die Sehnsucht nach Freiheit, die selbst durch Gewalt nicht ausgelöscht werden kann. Das freie und demokratische Deutschland, das mit der Wiedervereinigung Wirklichkeit wurde, ist ein bleibendes Vermächtnis der Helden des Volksaufstands. Ihr mutiger Einsatz verpflichtet uns, die Erinnerung lebendig zu halten und unsere Demokratie für kommende Generationen zu bewahren.“

Sarah Schweizer MdL (BW)

Beitragsbild: Sowjetischer Panzer in Leipzig vor dem Reichsgericht Bundesarchiv, B 285 Bild-14676 / Unknown authorUnknown author / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 DE, via Wikimedia Commons