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  • Inklusion beginnt im Mutterleib

    Inklusion beginnt im Mutterleib

    Stellungnahme von Christdemokraten für das Leben (CDL) Sachsen und des Katholischen Arbeitskreises (KA) in der Sächsischen Union zum Welt Down Syndrom Tag

    Der „Welt Down Syndrom Tag“ am 21. März ist ein guter Anlass, sich die Situation in Deutschland bewusst zu machen. Nach dem Grundgesetz ist die Würde des Menschen unantastbar und niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden. Gibt es eine größere Benachteiligung als nicht leben zu dürfen? Die systematische Fahndung nach ungeborenen Kindern mit Trisomie 21 führt leider kaum zu Maßnahmen, die eine Hilfe für die betroffenen Eltern bewirken. Die Untersuchungen haben vor allem das Ergebnis, diese Kinder vor der Geburt auszusondern und zu töten. Damit wird auch Druck auf die Eltern aufgebaut, der Gesellschaft die „Last“ eines behinderten Menschen zu ersparen. Schätzungen gehen davon aus, dass in Deutschland ein positiver Befund auf Trisomie 21 in 9 von 10 Fällen das Todesurteil für das Kind darstellt. Das „European Journal of Human Genetics“ schreibt 2021, dass in Europa ohne diese Selektion 150000 Menschen mehr mit Downsyndrom ihr Leben genießen dürften als es tatsächlich der Fall ist.

    Bei der heutigen Diskussion zum interfraktionellen Antrag „Kassenzulassung des nicht-invasiven Pränataltests (NIPT) – Monitoring der Konsequenzen und Einrichtung eines Gremiums“ (Bundestagsdrucksache 21/3873) im Bundestag hat sich gezeigt, dass es in den Fraktionen durchaus verschiedene Ansichten gibt. Die Redner der CDU/CSU Fraktion sprechen sich als einzige für den Antrag aus. (siehe z.B. Tagespost).

    „Inklusion beginnt im Mutterleib“ betonen deshalb die Vorsitzenden Daniel Kästner und Mathias Kretschmer. Entsprechend dem Grundgesetz müsste die Gesellschaft gerade in diesen Fällen umfassenden Hilfen anbieten und Mut machen, auch diese Kinder mit Liebe anzunehmen. „Große Bewunderung verdienen die Familien, die liebevoll die schwierige Prüfung eines behinderten Kindes annehmen. Sie bezeugen der Kirche und der Gesellschaft auf wertvolle Weise die Treue gegenüber dem Geschenk des Lebens.“ (Franziskus in Amoris Laetitia).

    20.03.2026

  • CDL Sachsen: Offener Brief an Bundeskanzler Merz und MP Söder: Veranlassen Sie Karin Prien zur Klarstellung der deutschen Position beim CSW70

    KA-Sachsen gibt hier den Inhalt eines offenen Briefes der CDL Sachsen wieder:

    Sehr geehrter Herr CDU-Vorsitzender Bundeskanzler Friedrich Merz MdB,

    sehr geehrter Herr CSU-Vorsitzender Ministerpräsident Markus Söder MdL,

    wie Sie sicher wissen, findet vom 9. bis 20. März in New York die 70. Tagung der Kommission der Vereinten Nationen zur Rechtsstellung der Frau (UNCSW) statt, abgekürzt bezeichnet als CSW70. Dort versuchen Lobbygruppen ein Menschenrecht auf Abtreibung durchzusetzen.

    Als ranghöchster Vertreter der Bundesrepublik Deutschland wirkt die Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Frau Karin Prien (CDU), dort aktiv mit.

    Sie wurde herzlich begrüßt von Annalena Baerbock (Bündnis 90/Grüne), der derzeitigen Präsidentin der Generalversammlung der Vereinten Nationen.

    Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW), die inhaltlich dem Club of Rome nahe steht, berichtete erfreut über Karin Priens Rede während der Vorabstimmung der Beschlüsse der CSW70 in New York:
    „In ihrer Rede betonte Bundesministerin Karin Prien, dass die Rechte von Frauen und Mädchen universelle Menschenrechte seien – und daher nicht zur Verhandlung stehen. 
    Sie hob hervor, wie wichtig es ist, Frauen und Mädchen besser vor Gewalt zu schützen, den Zugang zu rechtlicher Unterstützung zu stärken und sicherzustellen, dass Gerichte und Beratungsangebote für alle zugänglich und bezahlbar sind. Dazu gehöre auch der Zugang zu sexueller und reproduktiver Gesundheit und entsprechenden Rechten.“

    „Sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte“ sind an sich ein weites Feld, das auf Betreiben westlicher Regierungen und NGOs seit der UN-Weltbevölkerungskonferenz 1994 in Kairo als zentrales Mittel der Bevölkerungspolitik festgeschrieben wurde. Im politischen Alltag wird dieser Begriff jedoch von der Abtreibungslobby als euphemistischer Ersatz für Abtreibung verwendet. Dies weiß jeder, der sich mit dem Ringen um dieses Thema befaßt.

    Auch Bundesministerin Prien muß dies wissen und liefert mit ihrer undifferenzierten Verwendung eine Steilvorlage für die Abtreibungslobby, die mit Verwendung eben dieser Begrifflichkeit das „Menschenrecht auf Abtreibung“ angestrebt, also für ein Menschenrecht auf Mord an Menschen im Mutterleib. Dieses steht jedoch im klaren Widerspruch zur offiziellen Position der CDU/CSU und der deutschen Rechtslage.

    Damit aber nicht genug. Frau Prien sagt der Mütterrente den Kampf an.

    Karin Prien sagte bei der CSW70 am 11. März 2026, im Video zu sehen ab 18:20, in Deutschland erhielten Männer und Frauen, die Kinder erzogen haben, höhere Renten als solche, die dies nicht haben. „Diese Diskriminierung müsse auch im Hinblick auf die Agenda 2030 abgebaut werden.“

    Damit wendet sich Frau Prien (CDU) ausdrücklich gegen die Schwesterpartei CSU, die die Mütterrente, diesen Fortschritt bei der Würdigung der Erziehungsleistung von Müttern und Vätern und deren Beitrags zum Erhalt des Rentensystems durch neue Beitragszahler, durchgesetzt hat.

    Wir bitten Sie, Herr Bundeskanzler Merz, als CDU-Vorsitzenden und Regierungschef, diese Ihre Ministerin Prien zu einer unverzüglichen Klarstellung der deutschen Position zu veranlassen. Wir fordern jetzt ein deutliches und international vernehmbares Bekenntnis der deutschen Bundesregierung, daß sie sich für das unteilbare Menschenrecht auf Leben ausspricht, auch für Menschen vor ihrer Geburt, und Bestrebungen zur Schaffung eines „Menschenrechts auf Abtreibung“ klar verurteilt. Regelungen zu diesem sensiblen Thema dürfen nicht über die UNO erzwungen werden, sondern müssen Sache der einzelnen Staaten bleiben.

    Eine Abschaffung der „Mütterrente“ darf es mit der Union nicht geben!

    Gott erwecke und schütze unser Vaterland!

    Freundliche Grüße und Gott befohlen!

    Daniel Kästner Vorsitzender der CDL Sachsen

  • Gelebte Versöhnung

    Gelebte Versöhnung

    Bild: gepflegte deutsche Grabsteine an der Kirche von Jetrichovice (früher Dittersbach, in der böhmischen Schweiz)

    Von Mathias Kretschmer (Vorsitzender KA Sachsen)

    Nachdem, für mich sehr ergreifenden, Hirtenbrief von Seiner Excellenz Bischof Dr. Stanislav Přibyl, CSsR zum Jahresende 2025 befasse ich mich diesmal intensiv mit dem Thema Versöhnung. Warum? Sie, die Versöhnung, kam auf mich zu, um Teil von ihr zu werden. Nachdem ich den Hirtenbrief gelesen hatte, wurde ich nachdenklich.

    Ich bin Nachgeborener, also ein Sohn von Vertriebenen, nicht aus dem Sudetenland, sondern aus der Grafschaft Glatz. Oft bereisten meine Frau (ebenso wie ich Kind von Vertriebenen aus der Grafschaft Glatz) diese wunderbare Gegend die Heimat unserer Eltern. Was auch hier in jener Zeit passierte, ist ebenso wie im Sudetenland mit Worten kaum zu beschreiben. Es ist nicht so, dass das Grauen der Nationalsozialisten mit all seinen Folgen vorbei war es änderte mit den Kommunisten meiner Ansicht nach nur das Aussehen und plötzlich lebten wir in der Folgediktatur. Was war bloß los mit den Deutschen? Und was bewegt uns heute, wenn wir auf diese Zeiten schauen? Wie geht es weiter -kann ich- können wir versöhnen? 

    Sie kam auf mich zu, die Versöhnung, erst in einem kleinen Kommentar auf Facebook unter dem Post mit dem Hirtenbrief des Bischofs. Dann kam der direkte Kontakt von Frau Bellmann auch über das Internet zu mir. Sie schilderte mir wie sie im hohen Alter immer noch mit den Situationen ihrer Vergangenheit ein nicht zu unterschätzendes Problem hat. Sie kann nicht abschließen, gedemütigt, vertrieben, Schuld mit sich tragen, keine Chance zu haben, sie ist sozusagen ihre eigene Heimat los. Genau darum geht es dem Bischof. Sagt was damals los war, es war so, was nun? Ich schrieb ihr mit dem Bischof Kontakt aufzunehmen und bot ihr an auch gemeinsam zu ihm reisen. Sie bat mich aufgrund ihres hohen Alters (89 Jahre) stellvertretend für sie den Kontakt mit ihm aufzunehmen, eine Reise traue sie sich nicht mehr zu. So schrieb sie mir ihre dramatischen und traurigen Erlebnisse stumpf und ohne Hoffnung, die bis heute in ihr nicht zur Ruhe kommen. Nicht im Bösen, einfach nur im Unverständnis.

    Mich hat dies verstärkt ihr beistehen zu wollen, Hoffnung zu schenken, Versöhnung zu versuchen und so schrieb ich einen Brief mit meinen Worten und ihren Erlebnissen per Email an den Bischof von Leitmeritz. Schon am nächsten Tag 14.01.2026 kam die Antwort des Bischofs an mich mit der Bitte diese an Frau Bellmann weiterzuleiten.  Dies tat ich so gern und voller Freude. Frau Bellmann dankte mir sehr dafür. Sie hat wahrscheinlich nicht mit diesem Bischof gerechnet.  Plötzlich war sie da die Versöhnung, ich war Teil davon und der Bischof sorgte mit der Gnade Gottes dafür, dass Menschen loslassen dürfen und wir Katholiken können dies und müssen es tun. Ballast abgeben einfach bitten und tun mit der Freude auf das, was nun kommt. Vielleicht begegnen sich diese drei Menschen mit Gott in der hoffentlich sehr gut besuchten Versöhnungsmesse im Böhmisch-Kamnitz am 17. Oktober 2026 um 10 Uhr. Dort ist die Heimat von Frau Bellmann und der Bischof wird ihre Erlebnisse vortragen und im Kirchenarchiv aufbewahren.

    Kann man dies einfach so veröffentlichen? Ich denke ich muss dies tun, um der Generation von Frau Bellmann und auch uns Nachgeborenen diesen Weg zu zeigen.  Sie und uns aufzurufen, wachzurütteln, ja zu bitten, das Angebot des Bischofs anzunehmen. Versöhnung, Erleichterung, die Gnade abschließen zu dürfen, um wieder geistig frei sein zu können.

    Was ist Versöhnung  –  wenn der Weg der Versöhnung gegangen wird – erlebt man die Gnade Gottes einfach für sich und andere. Danke, dass ich dies erleben durfte.

    Dokumentation des Email-Wechsels:

    Email von Frau Bellmann an M. Kretschmer

    Sehr geehrter Herr Kretschmer,
    vielen Dank für Ihre schnelle Rückantwort. Ich bin jetzt 89 Jahre alt u. traue mir die lange Reise nach Leitmeritz nicht mehr zu. Ich war mit meinen damals noch lebenden Eltern in der einstigen Heimat. Wir wohnten in Böhmisch-Kamnitz (heute Ceska-Kamenice). Als wir vor unserem Elternhaus auf der Straße standen, hetzte der im Haus lebende Tscheche den Schäferhund auf uns, er fürchtete wohl, die Deutschen würden wiederkommen. Meine Eltern hatte ich bis damals noch nie so völlig aufgeregt gesehen. Wir wurden am 2.12.1945 (es war mein 8. Geburtstag) aus diesem Haus vertrieben. Bei uns waren die Großeltern u. mein Bruder (inzwischen verstorben). Unser Vater war im 2. Weltkrieg in Gefangenschaft. Mir wurde mit dem Gewehrkolben in die Beine geschlagen, da ich die 3 Stufen des Einganges nicht schnell genug herunterkam. Auf dem Weg nach Tetschen-Bodenbach wurde meinem Spielfreund (damals wohl 9 Jahre alt) in den Kopf geschossen, er stürzte und ging in einem kleinen Bächlein unter. Mir bleiben dessen schwarze Haare im Gedächtnis. Meinem Vater versprach ich auf dessen Sterbebett, dass er neben seinem Vater auf dem Heimatfriedhof beerdigt werde. Leider gestatteten dies die tschechischen Behörden im Jahre 1980 nicht und ich hatte jedes Mal ein schlechtes Gefühl, wenn ich hier vor dem Grabstein stand. Die Ereignisse rund um die Vertreibung belasten mich noch heute, besonders an meinem Geburtstag (2.12.1937) kommen sie mit Macht wieder hoch. Ich versuche zwar, das Vergangene ruhen zu lassen, leider gelingt es mir nicht. Ich habe Ihnen meine Kindheitserlebnisse geschildert, die mich bis ins hohe Alter verfolgen. Sie können diese gerne verwenden, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet.
    Herzlichen Dank für Ihr Mitgefühl sagt Ihnen Gertrud Bellmann geborene Wenzel, früher wohnhaft Böhmisch-Kamnitz, Hillemühler Strasse 555.

    Dieses Schreiben wurde an Bischof Přibyl weitergeleitet:

    Seine Excellenz Bischof Stanislav Přibyl, 
    ich habe durch die sozialen Medien von Ihrem Hirtenbrief Weihnachten 2025 gelesen. Inhaltlich berühren mich ihre Worte zutiefst. Meine Frau und ich sind Kinder von Vertrieben aus der Grafschaft Glatz in Polen. Sie wagen einen großen Schritt zu gehen, um zu versöhnen. Was damals geschah ist an beiderseitigem Leid kaum zu beschreiben. Was war in die Deutschen gefahren? – frage ich mich selbst. Nach den Nationalsozialisten kamen die Kommunisten – und wieder diese Frage:  Was war in diese Deutschen gefahren?
    Zwei Diktaturen in so kurzer Zeit – nicht gut für Deutschland und gar nicht gut für unsere Nachbarn. Wie haben Sie dies erlebt?  Mir hat der Glauben geholfen, um mit den Kommunisten zu leben aber auch um sie zu entmachten. Der Volksaufstand am 17. Juni 1953 hat mich ebenso geprägt wie die Repressalien der Kommunisten und die Vertreibung meiner Eltern.
    Ich bin sehr gespannt, ja fast schon aufgeregt wie ihre Gespräche, nach ihrer mutigen Aufforderung zur Versöhnung beginnen, weitergehen und schaffen Sie es mit der Gnade Gottes zu versöhnen. Ich persönlich kann mir nichts Schöneres, nichts Gewaltigeres als diese Versöhnung vorstellen. Ich kann Sie und die Menschen in Ihrem Land und dem Bistum als Deutscher Katholik nur bitten diesen Weg zu gehen. Aus all dem Groll, dem Hass, der Wut und der immer wiederkommenden Enttäuschungen, dem Misstrauen aus guten Gründen den Weg hinaus in eine neue Ära gemeinsam im Glauben an Gott zu gehen. 
    Nach einem kurzen Gespräch hat mich ein Leserbrief erreicht, wo Frau Bellmann ihre Vertreibung aus dem Sudetenland beschreibt und wie sie dies bis heute belastet. Ich schlug ihr vor mit Ihnen das persönliche Gespräch zu suchen. Frau Bellmann bat mich, aufgrund von ihrem Alter 89 Jahre, den Kontakt aufzunehmen. und um ein persönliches Gespräch bei Ihnen zu diesem Thema zu bitten. Ich bin leider nur der deutschen Sprache mächtig.

    Antwort von Bischof Dr. Stanislav Přibyl, CSsR

    Sehr geehrter Herr Kretschmer,

     ich bedanke mich für Ihre E-Mail und für den Brief von Frau Gertrud Bellmann, in dem sie ihre Erinnerungen an die Vertreibung und die unangenehme Begegnung nach vielen Jahren schildert. Ich danke ihr für ihr Zeugnis, das wir in unserem Archiv aufbewahren werden. In Böhmisch-Kamnitz werden wir am 17. Oktober 2026 um 10 Uhr einen Versöhnungsgottesdienst abhalten. 

    Ich werde ihr Zeugnis im Rahmen dieses Gottesdienstes vorlesen lassen.

    Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie Frau Bellmann meine E-Mail mit einem Dankeschön und der Zusicherung meiner Gebete weiterleiten könnten.

    Ich verstehe Versöhnung als einen Weg nach vorne. Es ist ein Werk, das niemals vollendet ist. Ich verstehe es weder als Revision der Geschichte noch als politisches Gestus, sondern lediglich als Heilmittel für alte und frische Wunden, das vor allem wir Christen bringen können und müssen.

    Mit herzlichen Grüßen

    Dr. Stanislav Přibyl, CSsR

    Bischof von Leitmeritz Biskupství litoměřické

  • Papst Leo XIV. beklagt die Verwendung öffentlicher Mittel für die Vernichtung von Leben

    Papst Leo XIV. beklagt die Verwendung öffentlicher Mittel für die Vernichtung von Leben

    In seiner Neujahrsansprache vor dem diplomatischen Korps betonte Papst Leo XIV. dass das Leben ein „unschätzbares Geschenk“ ist und dass der Schutz eines jeden ungeborenen Lebens ein vorrangiges Ziel sein muss.

    Im Gegensatz dazu steht der Beschluss des Europäische Parlaments die Forderungen der Europäischen Bürgerinitiative (EBI) My Voice My Choice zu unterstützen und auf Steuerzahlerkosten einen Abtreibungstourismus ermöglichen und so den Lebensschutz in den Mitgliedstaaten umgehen.

    Dazu sagte Papst Leo XIV unmissverständlich: „In diesem Sinne äußert der Heilige Stuhl tiefe Besorgnis über Projekte zur Finanzierung der grenzüberschreitenden Mobilität zwecks Zugangs zum sogenannten „Recht auf sichere Abtreibung” und hält es für beklagenswert, dass öffentliche Mittel für die Vernichtung von Leben verwendet werden, statt in die Unterstützung von Müttern und Familien investiert zu werden.“

  • Fest der Unschuldigen Kinder

    Fest der Unschuldigen Kinder

    Ein Plädoyer für das Leben

    Am Fest der Unschuldigen Kinder am 28. Dezember gedenkt die Kirche der unschuldigen Kinder, die laut biblischer Überlieferung auf Befehl von König Herodes getötet wurden. Dabei geht es nicht um die Vergangenheit, sondern darum, all die Schwächsten und Schutzlosesten in unseren Tagen in den Blick zu nehmen. Das sind in unserer Gesellschaft insbesondere die ungeborenen Kinder.

    Kindermord zu Betlehem, Gobelin in den Vatikanischen Museen (Ausschnitt)

    Im Psalm 139,13–16 heißt es:

    „Denn du hast mein Inneres geschaffen, mich gewoben im Schoß meiner Mutter.
    Ich danke dir, daß du mich so wunderbar gestaltet hast. Ich weiß: Staunenswert sind deine Werke.
    Als ich geformt wurde im Dunkeln, kunstvoll gewirkt in den Tiefen der Erde, waren meine Glieder dir nicht verborgen.
    Deine Augen sahen, wie ich entstand, in deinem Buch war schon alles verzeichnet; meine Tage waren schon gebildet, als noch keiner von ihnen da war.“

    Papst Benedikt sagte dazu in der Generalaudienz am 28.12.2005:

    „In unserem Psalm ist die Vorstellung sehr stark, daß Gott schon die gesamte Zukunft des entstehenden Embryos sieht: Im Buch des Lebens des Herrn sind schon alle Tage verzeichnet, die dieses Geschöpf erleben und im Laufe seiner irdischen Existenz mit Taten erfüllen wird. So tritt wieder die transzendente Größe des göttlichen Wissens hervor, das nicht nur die Vergangenheit und die Gegenwart der Menschheit umfaßt, sondern auch die noch verborgene Zeitspanne der Zukunft. Aber es scheint auch die Größe dieses kleinen, noch nicht geborenen menschlichen Geschöpfes auf, das die Hände Gottes geschaffen haben und dessen Liebe es umfängt: ein biblischer Lobpreis des Menschen vom ersten Augenblick seiner Existenz an.“

    Deshalb ist es eine jüdische und christliche Erkenntnis, dass der Mensch seine unveräußerliche Würde ab dem Zeitpunkt der Empfängnis besitzt.

    Wie sieht es mit der Wahrung dieser Würde in Deutschland aus? Nach offiziellen Daten werden jedes Jahr im wohlhabenden Deutschland mehr als 100000 Kinder vor der Geburt getötet. Das ist manchen noch nicht genug. Es gibt starke Bestrebungen, Abtreibungen weiter zu erleichtern.

    Die Legalisierung der vorgeburtlichen Kindstötung wurde durch die CDU/CSU am Anfang des Jahres im Rechtsauschuss vorerst verhindert. Jedoch wäre beinahe eine Juristin, die Ungeborenen nicht die volle Menschenwürde zugesteht, und sich in der „Kommission für reproduktive Selbstbestimmung und Fortpflanzungsmedizin“ federführend für eine Liberalisierung von vorgeburtlichen Kindstötungen eingesetzt hat, Verfassungsrichterin geworden. Der Widerstand gegen diese Wahl ist teilweise als Sieg der extremen Rechten geframt worden.

    Kürzlich hat sich das Europäische Parlament mehrheitlich hinter die Forderungen der Europäischen Bürgerinitiative (EBI) My Voice My Choice gestellt. Diese soll auf Steuerzahlerkosten einen Abtreibungstourismus ermöglichen und so den Lebensschutz in den Mitgliedstaaten umgehen.

    Menschen, die sich für den Schutz des Lebens einsetzen sehen sich immer wieder diffamiert, beschimpft und bedroht. Das ist bei den Schweigemärschen für das Leben z.B. in Annaberg, Berlin, Köln und München zu beobachten. Initiativen, die sich für das Leben einsetzen, werden z.B. im gebührenfinanzierten Fernsehen diffamiert, was dann als Satire gelten soll. Linksextreme verüben immer wieder Farbanschläge, wie z.B. am Heiligen Abend auf das „Haus für das Leben“ von KALEB in Chemnitz.

    Davon dürfen wir uns nicht einschüchtern lassen. Lasst uns an diesem Tag innehalten, für alle beten, deren Leben bedroht ist, und gemeinsam dafür eintreten, dass jedes Kind eine Chance auf Leben erhält. Last uns auch für die beten, die sich schwer damit tun, jedem Menschen auch dem Ungeborenen seine Würde und das Recht auf Leben zuzugestehen.

    Im Gedenken an die Unschuldigen Kinder setzen wir ein Zeichen für Hoffnung, Mitmenschlichkeit und den Schutz des Lebens.

  • Frohe Weihnachten

    Frohe Weihnachten

    und ein gesegnetes, gesundes, glückliches und erfolgreiches Neues Jahr 2026 wünscht der Katholische Arbeitskreis in der CDU Sachsen

    „Deinetwegen also wurde der schwach, der an sich stark und mächtig ist, deinetwegen arm, der an sich reich ist. Bleibe also nicht bei dem Sichtbaren stehen, sondern erkenne, daß du erlöst bist: Herr Jesus, mehr verdanke ich deiner Entäußerung und deinen Leiden, durch die ich erlöst bin, als deinem Reichtum an Macht, durch den ich geschaffen bin, denn umsonst wären wir geboren, hätte uns nicht der Erlöser gerettet.“ (Ambrosius)

    Bild: Geburt Christi, Anbetung der Magier, Relief im Dom zu Meißen

  • Keine Finanzierung von Abtreibungstourismus durch die EU!

    Keine Finanzierung von Abtreibungstourismus durch die EU!

    Wer das Leben liebt, kann sich durchaus Sorgen machen, dass sich der FEMM-Ausschuss des EU-Parlaments hinter die Forderungen der Initiative „My Voice, My Choice“ stellt. „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ heißt es im Art. 1 GG. Diese Menschenwürde ist laut Grundgesetz nicht verhandelbar und gilt für alle Menschen, auch für die Ungeborenen.

    Die o.g. Initiative spricht ungeborenen Menschen die Menschwürde ab, indem diese Menschen in den Texten keine Erwähnung finden. Das Ziel der Initiative ist es nationale Gesetzgebungen, die auch dem ungeborenen Menschen Würde und Rechte zugestehen, zu unterlaufen. Die Steuerzahler anderer Staaten sollen dann für Abtreibungstourismus und vorgeburtliche Kindstötungen aufkommen, die EU soll das dann mehr oder weniger ausgleichen.

    Das Anliegen der Initiative ist auch ein Verstoß gegen das Subsidiaritätsprinzip, das ein wesentliches Prinzip der katholischen Soziallehre ist.

    Es ist schwer zu verstehen, wie es das Leben von Frauen verbessert (wie die Initiative behauptet) wenn es Frauen leichter gemacht wird, ihr eigenes Kind töten zu lassen, anstatt ihnen zu helfen, diesem Kind Leben und Perspektive zu geben. Wenn die Initiative ihr Ziel erreicht, können Frauen auch in Ländern, wo Ungeborene geschützt werden, durch ihr Umfeld unter Druck gesetzt werden, ihr Kind töten zu lassen. Wird dadurch das Leben von Frauen verbessert?

    Eine Europäische Union, die das Töten von ungeborenen Kindern fördert, statt Mütter zu unterstützen, hat keine Zukunft.

    „Der größte Zerstörer des Friedens ist heute der Schrei des unschuldigen, ungeborenen Kindes. Wenn eine Mutter ihr eigenes Kind in ihrem eigenen Schoss ermorden kann, was für ein schlimmeres Verbrechen gibt es dann noch, als wenn wir uns gegenseitig umbringen?“ Heilige Mutter Teresa, Friedensnobelpreisträgerin

    Es ist deshalb wichtig, dass die Forderungen der Initiative „My Voice, My Choice“ zurückgewiesen werden.

  • Mein Blick auf die Deutsche Einheit – Freiheit und Demokratie

    Mein Blick auf die Deutsche Einheit – Freiheit und Demokratie

    Eingesperrt zu sein – das ist kein abstraktes Wort, sondern ein Gefühl, das tief in Körper und Seele schneidet. Millionen von uns haben es erlebt: hinter Mauern, an Schlagbäumen, im Schweigen, das uns aufgezwungen wurde. Es bedeutete, nicht selbst bestimmen zu dürfen, wer wir sein wollten, was wir sagten, woran wir glaubten.

    Und doch hören wir heute Stimmen, die sagen: „So schlimm war es doch nicht.“ Oder: „Die DDR hatte auch ihr Gutes.“ Nein. Nichts daran war gut, wenn ein Staat seine Bürgerinnen und Bürger einsperrt, sie überwacht, bestraft und ihnen das Menschlichste nimmt: die Freiheit. Unfreiheit ist niemals harmlos. Sie ist ein Unrecht.

    Darum war der Herbst ’89 und die Wiedervereinigung 1990 mehr als nur ein politischer Akt. Es war das Aufstehen eines Volkes. Unser Aufstehen. Wir haben Mauern überwunden, mit Kerzen in den Händen, mit Mut im Herzen. Wir haben uns unsere Würde zurückgeholt.

    Seitdem dürfen wir wählen, frei sprechen, reisen, träumen – und unser Leben selbst gestalten. Demokratie ist kein ferner Begriff, sie ist unser tägliches Recht, unser Schutzschild, unsere gemeinsame Stärke.

    Aber dieses Geschenk ist nicht selbstverständlich. Freiheit muss jeden Tag gelebt und verteidigt werden. Die Wiedervereinigung erinnert uns: Wir können Unrecht überwinden. Wir können Mauern einreißen. Und wir können ein Volk sein – frei, demokratisch, unteilbar.“

    Nourdin Kamlah

  • Mein Blick auf die Deutsche Einheit – Auch scheinbar endgültige politische Weichenstellungen, wie die deutsche Teilung, sind korrigierbar

    Mein Blick auf die Deutsche Einheit – Auch scheinbar endgültige politische Weichenstellungen, wie die deutsche Teilung, sind korrigierbar

    35 Jahre deutsche Einheit ist ein Fest zum Feiern, um zurückzuschauen, das Erreichte zu betrachten und ein Anlass, um nach vorn zu blicken.

    Am dritten Oktober 1990 wurde der Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes vollzogen und damit die scheinbar unüberwindliche deutsche Teilung, die seit dem Kriegsende 1945 bestand, beendet. Erich Honecker betonte, dass die Mauer noch 100 Jahre stehen würde, und führende Politiker der Grünen und der SPD sahen die deutsche Teilung als Strafe für die Verbrechen der Nationalsozialisten (nur dass die Wirkung dieser Strafe sehr ungleich zwischen den Deutschen verteilt war).

    Es kam anders. Die Jahre 1989 und 1990 waren spannende Jahre des Zerfalls des kommunistischen Regimes. Im Frühjahr 1989 wurde in der DDR die sowjetische! Zeitschrift Sputnik verboten, weil dort offen über die Verbrechen der Stalinzeit berichtet wurde. Es folgte eine Kommunalwahl, bei der die vom Staat gewünschte Zustimmung nur durch offensichtliche Wahlfälschung erreicht wurde. Nach dem Abbau der Grenzanlagen in Ungarn suchten immer mehr DDR-Bürger den Weg in die BRD. Damals forderten Grüne eine Begrenzung des Zuzuges von Flüchtlingen aus der DDR und eine strenge Unterscheidung von politisch Verfolgten mit Anspruch auf Asyl und Wirtschaftsflüchtlingen.

    Es kam zu ersten Demonstrationen z.B. in Dresden, Plauen und Leipzig, wobei die Demonstration am 9. Oktober in Leipzig einen Höhe- und Wendepunkt darstellte, was Dank mutiger Filmer in den ARD-Abendnachrichten verbreitet wurde. Zuvor hatte noch Egon Krenz mit einer chinesischen Lösung gedroht (Hinweis auf das Massaker in Peking im Juni 1989). Noch 2009 rühmte sich die Vorsitzende der sächsischen Linkspartei (also der SED-Nachfolgepartei), dass es das Verdienst! der SED war, nicht auf die Demonstranten geschossen zu haben. Daraus folgt: Diese Partei darf nie wieder in diese Versuchung gebracht werden und muss deshalb von der Macht ferngehalten werden!

    Am 09.11.89 fiel die Mauer, die Grenzen waren offen. Obwohl es möglicherweise ein Missverständnis war, schufen Tausende Bürger in Berlin Fakten.

    Im Dezember 1989 begrüßte Bundeskanzler Helmut Kohl vor der Ruine der Frauenkirche in Dresden die Teilnehmer der Kundgebung mit „Liebe Landsleute“. Damit war klar, das Ziel ist ein geeintes Deutschland. Schmierereien am sowjetischen Ehrenmal in Treptow schufen einen Anlass, um im Januar 1990 eine große Demonstration gegen „Rechts“, um das Ruder doch noch herumzureißen, zum Glück ohne nachhaltigen Erfolg.

    Die Wahlen zur Volkskammer am 18. März gewann die Allianz für Deutschland, ein Wahlbündnis aus CDU, DSU und Demokratischen Aufbruch, das sich klar für eine Wiedervereinigung ausgesprochen hatte.

    Dann ging es Schlag auf Schlag, 2+4 Verträge, Wirtschafts- und Währungsunion und dann am 3. Oktober vor 35 Jahren der formaljuristische Akt des Beitritts der DDR nach Art. 23 GG (damalige Fassung) zum Geltungsbereich des Grundgesetzes.

    Es gab viele Stimmen, die meinten, das wäre zu schnell gegangen. Der Putsch im August 1991 gegen Gorbatschow zeigte beispielhaft, wie knapp das Zeitfenster war. Es ist das historische Verdienst von Helmut Kohl, dieses Zeitfenster konsequent genutzt zu haben.

    Nach dem „Sonntag“ der Vereinigung Deutschlands folgten die Werktage. Die Bürger in den neuen Bundesländern mussten das Rechtssystem der BRD übernehmen. Die Anpassung der Wirtschaft, die seit über 40 Jahren als Planwirtschaft den Einflüssen eines Marktes entzogen war, führte zu Arbeitslosigkeit und zur Abwanderung junger Menschen. Der Prozess war also nicht schmerzfrei, aber letztlich erfolgreich. Das ist der Unterstützung aus den „alten“ Bundesländern aber vor allem auch der Tatkraft der Menschen in den „neuen“ Bundesländern, die die neuen Möglichkeiten und Freiheiten nutzten, zu verdanken.

    1989 waren viele Altstädte in der DDR stark gefährdet. „Ruinen schaffen ohne Waffen“ war die zynische Beschreibung des Volksmundes. Schaut man sich heute z.B. Dresden (die Frauenkirche und das Schloss ist wieder aufgebaut), Meißen (die marode Altstadt sollte einer Plattenbausiedung weichen) oder auch Pirna und Görlitz an, dann sieht man, dass Kohls „blühende Landschaften“ Wirklichkeit geworden sind.

    Als wir die ersten Male in den „Westen“ fuhren, fiel uns auf, dass die Orte hinter der Grenze farbiger wurden. Im „Osten“ waren die Orte Grau in Grau. Heute ist dieser Unterschied nicht mehr spürbar.  In den ersten Jahren war es immer etwas komisch beim Passieren der alten innerdeutschen Grenze die Postentürme zu sehen. Wir empfanden jedes Mal das Wunder, dass diese tödliche Grenze friedlich zu einer Linie auf der Landkarte ohne trennende Wirkung reduziert wurde. Das haben wir auch unseren Kindern immer wieder an diesen Stellen gesagt. Diese waren aber bald genervt und gelangweilt. Es ist schön, dass für unsere Kinder die deutsche Einheit und die Freiheit so selbstverständlich ist.

    Zu den „blühenden Landschaften“ gehört auch die dramatische Verbesserung der Sauberkeit von Luft und Gewässern, die durch die sozialistische Planwirtschaft mit ihren Mangelerscheinungen an vielen Orten stark verschmutzt waren.

    Heute stehen wir in Deutschland wieder vor großen wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen. Die Geschichte der deutschen Wiedervereinigung zeigt, dass anscheinend unabänderliche politische Weichenstellungen, wie es die deutsche Teilung war, korrigierbar sind. Der Freiheitswille der Menschen kann stärker sein als Mauern und Stacheldraht. In der sozialen Marktwirtschaft können die Menschen ihre Talente in Freiheit entfalten und die Schaffung von Wohlstand mit dem Erhalt der Schöpfung verbinden. In diesem Sinne gilt es den Herausforderungen der Zukunft zu begegnen.

    Dr. Holger Rautschek

  • Mein Blick auf die Deutsche Einheit – Bereitschaft zum Anpacken

    Mein Blick auf die Deutsche Einheit – Bereitschaft zum Anpacken

    Schmidtfoto

    Was bewegt mich da heute nach 35 Jahren am meisten?

    Die Bundesrepublik, in die wir mit wehenden Fahnen und fast grenzenlosem Optimismus und einer gewissen Naivität beigetreten sind, gibt es so nicht mehr.

    Nun ist es ja ganz normal. dass sich Alles auf der Welt verändert und damit auch unser Heimatland. Ist es aber wirklich zum Guten hin passiert? Da habe ich so meine Zweifel.

    Warum hat sich bei uns ein immer stärker werdender „Beamtenstaat“ so verselbstständigt? Eine Staatsquote von fast 50% kann nicht richtig sein. Eine seit vielen Jahren immer nur nach Mitte Links gerichtete Politik nimmt viele konservativ denkende Menschen nicht mehr mit. Ein guter Freund sagte mir vor kurzem: „Ich wähle seit der Wende Schwarz oder Gelb und bekomme seit der letzten schwarzen Regierung von Schröder nur noch Links“. 

    Das sagt vieles aus. 

    Wo ist der Leistungswille und die Belohnung dafür geblieben? Sind wirklich nur noch Fragen der gerechten Umverteilung der Schlüssel zum Erfolg? Wie sagte kürzlich eine führende Politikerin der Linken: „Wir brauchen nicht mehr zu arbeiten, wir müssen nur mehr enteignen“!

    Das ist aber nicht der Weg zum Erfolg einer sozialen Marktwirtschaft. 

    Wie konnte es zu so einer Fehlentwicklung kommen?

    In der Bonner Republik und in der Zeit mit Kohl und Schröder als Kanzler hatten die allermeisten Abgeordneten noch eine echte Berufskarriere. Egal ob aus West oder Ost. Sie wussten, das man erst erarbeiten und danach verteilen kann und das Fleiß und nicht Neid zum Erfolg führt. 

    Es ging viele Jahre immer weiter Berg auf. Der Wohlstand wuchs und die Einnahmen des Staates ebenso. Die Schuldenquote wurde im Auge behalten und Fehlentwicklungen (Schröder mit der Agenda 2010) wurden konsequent und mutig korrigiert.

    Wie ist es dann mit Merkel weitergegangen?

    Probleme wurden mit Geld zugedeckt. Energiestrategie wurde wider besseren Wissens radikal geändert, Flüchtlingspolitik wurde leichtfertig viel zu offen gestaltet, die demographische Entwicklung wurde ignoriert, Bildungsnotwendigkeiten wie Spracherwerb und nicht nur die Integration nicht konsequent eingefordert.

    Heute habe sehr viele Mitglieder der Parlamente keine Erfahrung aus dem Arbeitsleben. Das führt zu einer Sicht auf die Dinge des Lebens, die nicht der Mehrheit der Bevölkerung entspricht. Geld ist eben nicht unendlich. Auch Sondervermögen will irgendwann jemand zurück! Zinsen müssen bezahlt werden! Die klassischen Familien sehen es mit Sorge, wenn ihre Art zu leben nicht mehr als Kern unserer Gesellschaft verstanden wird.

    Ist es also vorbei mit dieser meiner Republik?

    Ich glaube, wenn wir gemeinsam erkennen, dass es so nicht zu Erfolg führt, kann es noch gut gehen. Es sind allerdings bittere Pillen zu verteilen. Die Sozialsysteme werden ohne Leistungseinschränkungen nicht mehr zu bezahlen sein. Die Lebensarbeitszeit ist entscheidend für den Renteneintritt, nicht das Alter! wer 45 oder 47 Jahre eingezahlt hat, darf wohl auch in Rente gehen. Wer allerdings seine Auszeit am Anfang des eigentlichen Erwerbslebens hatte, muss wohl auch bis zu einem höheren Alter arbeiten. Von der ganzen Diskussion dürfen auch die unmäßig vielen Beamten in unserem Land nicht verschont bleibe. Sonst ist eine Akzeptanz bei den Normalos nicht zu erwarten.

    Alles nicht einfach und bestimmt unangenehm, aber eine Vogel-Strauß-Politik hilft eben nicht gegen den Verlust in der arbeitenden Bevölkerung durch die Babyboomer.

    Die Bereitschaft zum Anpacken ist nach wie vor vorhanden. Wir müssen sie durch Anreize nur wieder heben. Neid und Umverteilungsfantasien helfen da eher nicht.

    In großer Hoffnung auf mutige und vernünftige Entscheidungen unserer Regierung bleibe ich zuversichtlich. Es könnte sonst passieren, dass der letzte Schuss zum Rohrkrepierer wird.

    Roland Ermer

    Aus dem Manuskript einer Rede am 03.10. in Ludwigsburg zu der Frage der deutschen Einheit sprechen.