"Es geht nicht um das, was wir tun, oder wie viel wir tun, sondern darum, wie viel Liebe wir in das Tun legen, in die Arbeit, die er uns anvertraut hat."  Mutter Theresa

Christen in der Politik: Frieden oder Spaltung?

„Meint ihr, ich sei gekommen, um Frieden auf der Erde zu bringen? Nein, sage ich euch, sondern Spaltung.“ (Lk 12, 51, Evangelium vom 20. Sonntag im Jahreskreis, 14.08.2022)

Papst Franziskus deutet diese Perikope in einem Angelus u.a. so: „Es geht darum, nicht heuchlerisch zu leben, sondern bereit zu sein, den Preis für konsequente Entscheidungen zu zahlen – nach dieser Haltung muss jeder von uns im Leben streben: Konsequenz –, den Preis dafür zu zahlen, konsequent nach dem Evangelium zu leben.“

Das heißt, Christen müssen sich auch dann und dort für die Werte des Evangeliums einsetzen, wo es unbequem wird, wo die Mehrheit oder auch nur eine laute Minderheit der Gesellschaft andere Auffassungen vertritt. Hier ist z.B. der Lebensschutz „umstritten“.

Eine Mehrheit im Bundestag hat das Werbeverbot für vorgeburtliche Kindstötungen aufgehoben. Als nächster Schritt soll die Tötung eines Kindes vor der Geburt außerhalb des Strafrechtes „geregelt“ werden. Das EU-Parlament will ein „Recht auf Abtreibung“ in der Charta der Grundrechte festschreiben (auch wenn das nicht die Zuständigkeit der EU ist). „Sie sind auch besorgt über einen möglichen Anstieg der Geldströme zur Finanzierung von Anti-Gender- und Anti-Choice-Gruppen weltweit, auch in Europa. Sie fordern die Mitgliedstaaten auf, Abtreibungen zu entkriminalisieren und die verbleibenden rechtlichen, finanziellen, sozialen und praktischen Einschränkungen, die den Zugang zu Abtreibungsdiensten in einigen Mitgliedstaaten noch behindern, zu beseitigen und zu bekämpfen.“

Sogar „Repräsentanten“ der katholischen Laien sprechen sich dafür aus, dass der Zugang zu sicheren (todsicher für das Kind!) vorgeburtlichen Kindstötungen verbessert werden soll.

Die kirchliche Lehre ist hier sehr klar [z.B. hier]. Das Recht auf Leben ist das wichtigste Recht und steht über allen anderen. Ein Recht ein Kind vor der Geburt töten zu dürfen, kann es nicht geben! Es braucht eine konsequente Kultur des Lebens! Für diese Wahrheit sollten Christen „Spaltung“ und auch Konsequenzen in Kauf nehmen. Wer sich für das Leben ausspricht, muss mit Widerspruch rechnen.

Das kann man auf der größten ökumenischen Veranstaltung, dem „Marsch für das Leben“ in Berlin jedes Jahr auf das Neue erfahren, wenn man von den Gegendemonstranten beschimpft wird und vor diesen von vielen Polizisten beschützt werden muss. Aber man erfährt auch eine Gemeinschaft sehr verschiedener Menschen, die sich für das Leben in allen Phasen am Anfang und am Ende einsetzen.

„Es geht darum, nicht heuchlerisch zu leben, sondern bereit zu sein, den Preis für konsequente Entscheidungen zu zahlen – nach dieser Haltung muss jeder von uns im Leben streben: Konsequenz –, den Preis dafür zu zahlen, konsequent nach dem Evangelium zu leben.“

Das gilt insbesondere für Christen in der Politik.