"Wenn Diener und Glieder der Kirchen mit den Wölfen heulen und der Einrichtung, die sich nach dem eigenen teuren Namen des Erlösers nennt, empfehlen, teilzuhaben an den Vorurteilen und Leidenschaften der Nation, wird der Erlöser aufs Neue gekreuzigt." Nathan Söderblom (1866–1931; lutherischer Theologe, Erzbischof von Uppsala, Friedensnobelpreisträger)

Lehre aus dem Mauerbau: Freiheit statt Sozialismus!

Am 11. April 1963 knapp zwei Jahre nach dem Bau der Berliner Mauer veröffentlichte Papst Johannes XXIII seine Enzyklika „Pacem in Terris“. Darin betont er unter anderem: „Jedem Menschen muß das Recht zugestanden werden, innerhalb der Grenzen seines Staates seinen Wohnsitz zu behalten oder zu ändern; ja, es muß ihm auch erlaubt sein, sofern gerechte Gründe dazu raten, in andere Staaten auszuwandern und dort seinen Wohnsitz aufzuschlagen“. Dieses Recht wurde in sozialistischen Systemen den Menschen verwehrt.

 

Papst Johannes Paul II charakterisierte die Mauer bei 1996 seinem Besuch in Berlin am Brandenburger Tor mit den Worten: „Weil sie Angst vor der Freiheit hatten, pervertierten die Ideologen ein Tor zur Mauer. Gerade an dieser Stelle Berlins, die zugleich zur Nahtstelle Europas wurde, zur unnatürlichen Schnittstelle zwischen Ost und West, gerade an dieser Stelle offenbarte sich für alle Welt sichtbar die grausame Fratze des Kommunismus, dem die menschlichen Sehnsüchte nach Freiheit und Frieden suspekt sind. Vor allem aber fürchtet er die Freiheit des Geistes.“

 

Am 13. August ist es 60 Jahre her, dass in Berlin die Mauer gebaut wurde. Nachdem bereits die Grenze zur Bundesrepublik nicht mehr ohne weiteres passiert werden durfte und streng bewacht wurde, vollendete der Bau der Berliner Mauer die Abschottung der DDR. Das letzte Schlupfloch, um dem realen Sozialismus zu entkommen, war jetzt versperrt, die Menschen praktisch eingeschlossen. Familien waren getrennt, Besuche bei Verwandten und Freunden waren nicht mehr möglich, bzw. von der Willkür der Behörden abhängig. Die Menschen in der DDR waren praktisch Eigentum des Staates. Viele verloren ihr Leben, wenn sie versuchten, über die stark gesicherte Grenze dem sozialistischen Paradies zu entkommen, oder büßten in den Gefängnissen wegen „Republikflucht“.

 

Da der Sozialismus im Wettstreit der Systeme mit einer freien Wirtschaft und freien Gesellschaft nicht bestehen kann, ist diese Abschottung eine logische Folge. Das hatte bereits 1891 der liberale Reichstagsabgeordnete Eugen Richter in seinem Büchlein „Sozialdemokratische Zukunftsbilder“ erkannt. Insofern ist das kein „Unfall“ sondern gehört zum Sozialismus.

 

Die Mauerbau Partei SED (heutiger Rechtsnachfolger „Die Linke“) bezeichnete die Mauer als „Antifaschistischen Schutzwall“. Auch heute verfolgen selbsternannte „Antifaschisten“ Andersdenkende und schrecken dabei vor Gewalt nicht zurück. Die Linke greift auch heute nach der Macht und will den Sozialismus mal wieder ausprobieren. Auch dabei wird der „Antifaschismus“ als Grundlage der Politik bezeichnet.

 

Die Linke (SED) strebt nach der Bundestagswahl eine Koalition mit der SPD und den Grünen an. Diese Parteien sind dazu bereit mit der Partei, die die Bürger in der DDR die Freiheit verwehrt hatte, eine Regierung zu bilden. Das Wahlprogramm der Linken zeigt, dass der Sozialismus weiter ihr Ziel ist: Steuererhöhungen und Ausweitung staatlicher Eingriffe. Dafür soll die Steuerflucht verhindert werden. Auch die Grünen wollen die Steuerpflicht an die Staatsangehörigkeit koppeln und nicht an den Wohnsitz. In gewisser Weise werden die Bürger also wie in der DDR als Eigentum des Staates betrachtet.

 

Aus der Geschichte lernen heißt zu erkennen, dass der Sozialismus in seinen Facetten immer zu Unfreiheit und Mangel führt. Der 13. August ist ein Datum, das daran erinnert. Das muss bei der Bundestagswahl am 26. September bedacht werden.

 

Nie wieder Sozialismus!