"Ohne Gott ist alles erlaubt"  F. M. Dostojewski

Glaube ist Trend!

Glaube ist Trend! Eine moderne Volkspartei lebt von Veränderung, aber geteilten Überzeugungen. Das bewahrt den Markenkern. - Interview von www.sachsen-cdu-politik.de mit dem Sprecher Mathias Kretschmer.

Diskussionen um mehr CDU-Profil und das Wertefundament gibt es, seit die christliche Union besteht. Diesmal scheint die Lage ernster. Es kommt zu offenen Gründungen von konservativ ausgerichteten Landesorganisationen. “Die CDU ist unsere politische Heimat. Aber wir wollen sie an ihre christlichen Wurzeln erinnern und diese Standpunkte stärken”, betonte der Sprecher des AEK in Sachsen Mathias Kretzschmer auf der 2. Tagung des AEK Mitteldeutschland.

Doch bisher hatte die konservative Gemeinde wenig auszurichten gegen Zeitgeist und Reformierer. Konservative Gesinnung gilt als „angestaubt und altbacken‟. Der Glaube „altbacken‟ – Mathias Kretschmer lacht. „Der christliche Glaube ist so modern, wie nie zuvor – Glaube ist immer Trend.‟

 

Mathias Kretschmer

Doch bisher hatte die konservative Gemeinde wenig auszurichten gegen Zeitgeist und Reformierer. Konservative Gesinnung gilt als „angestaubt und altbacken‟. Der Glaube „altbacken‟ – Mathias Kretschmer lacht. „Der christliche Glaube ist so modern, wie nie zuvor – Glaube ist immer Trend.‟

Mathias Kretschmer, Sprecher des AEK-Sachsen, gab uns Gelegenheit für ein Interview über Glaube und die Sächsische Union als Volkspartei.

Ist Glaube modern? Der Zeitgeist hechelt doch dem Erfolg hinterher?

Erfolg ist das Stichwort. Erfolg beruht nicht auf Macht, sondern auf Stärke. Auf Stärke des Individiums und der Gemeinschaft. Der christliche Glaube beruht auf der Vervollkommnung des Menschen. Gerade deswegen ist Glaube auch moderner den je. Nur wer die Stärke des Glaubens in sich weiß, ist auch in der Lage verantwortungsvoll zu agieren und regieren.

Konservativ – Bedeutet dies zurück in die Steinzeit?

In der Definition laut Duden bedeutet konservativ – Erhaltend; am Hergebrachten festhaltend, und katholisch wird mit „allumfassend‟ erklärt.

Dies beides zusammen ist doch eine wunderbare Mischung für Gesellschaft, Kirche und Politik. Von meinem Glauben her, den ich lebe und bekenne, gibt es doch die klare Gesetzesvorlage – Die zehn Gebote.

Daraus entsteht doch schon der größte Teil des Konservativen. Für mich ist konservativ, die Traditionen leben, am Hergebrachten Bewährtem festhalten, aber auch im Sinne des Schutzes (Bewahrung) der Schöpfung, neues zu gestalten.

Wie passt dann der Glaube in eine vom Zeitgeist getriebene Politik?

Christlicher Glaube – daraus entsteht doch ein gewisses uneigennütziges Engagement ganz von allein. Wenn sich jeder von uns auf seine Talente besinnt, sie nutzt und vermehrt erwächst ein großes Potenzial für alle.

Wir müssen aufhören für unser Versagen Schuldige zu suchen – das ist zu einfach. Das Reden von der verstaubten Ecke Konservativ tun eigentlich nur die, die für ihr Leben keinen Sinn haben und sich selbst zu nichts bekennen möchten.

Ich rede von Lebensfreude mit Besinnung auf das Vergangene, um das heraus zu filtern, was zur jetzigen Situation passt. Das Lebensgefühl als Grundsatz politischen Handelns. „Der Maßstab für jede Entscheidung und alles Handeln muss das christliche Gewissen sein, welches sich Gott und den Menschen gegenüber verantwortlich weiß.” sagte bereits Pfarrer Ludwig Kirsch, der Erstgründer der CDU.

Das alles umfasst die Historie, die Fülle an Erfahrungen der „Alten“, mit dem Erleben „meiner Generation“ zu reflektieren, um unseren Kindern einen möglichen Weg zu bereiten. Gehen muss jede Generation ihren Weg selbst.

Ist den Herausforderungen der Zeit der christliche Glauben gewachsen?

Ein klares: Ja. Meinungsaustausch, Umkehr, neue Erkenntnisse reflektieren, klare Ziele formulieren und christliche Gedanken zusammen führen. Weg von den schlechten Angewohnheiten wie, Materialismus und Ziellosigkeit.

Der AEK bricht gerade neu auf. Menschen mit den gleichen Gedanken machen sich auf den Weg zu sagen – wir müssen uns wieder besinnen.

Und auch hier sei Pfarrer Kirsch zitiert:

„Christliche Politiker sollten stets von unzerbrechlichem Charakter sein, Menschen, die lieber einen Nachteil in Kauf nehmen, als durch dauerndes Verzichten im Grundsätzlichen ihre politische Lage vielleicht angenehmer zu gestalten. Und hierbei sei nun ganz klar betont, dass solche christliche Politiker nicht in Gefahr kommen können, einen ‘Rückwärtskurs’ zu gehen. Denn der wahre Christ weiß, dass jede Zeit Gottes ist, dass die Menschen – Gläubige und Ungläubige – Werkzeuge in seiner Hand sind, und dass er selbst als Christ die Aufgabe hat, an der Fortentwicklung der Zeit so mitzuwirken, dass echter Fortschritt und Christentum sich friedlich zu begegnen.“

Was ist falsch an Bewahrung? Jeder Mensch folgt doch seinem Wertefundament, bestehend aus Ritualen, Traditionen und Erfahrungen. Sei es in Familie, Berufsleben, Kirche, Gesellschaft oder Vereinen. Das schafft Gemeinschaft und Zugehörigkeit, sorgt aber auch für die Qualifizierung zur Übernahme von Verantwortung.

Im täglichen Engagement jedes Einzelnen liegt die Zukunft dessen wofür er sich wie einsetzt. Das setzt ein Bekenntnis, zu dem was er tut, voraus. Es gibt nicht ein bisschen schwanger – sondern den Fakt. Aus dieser Bewahrung, plus meinem Glauben kann ich Kraft schöpfen, um sie mit den Umständen des sich täglich veränderten Leben in Einklang zu bringen.

Wir müssen uns besinnen, was uns vertraut gemacht hat und wir dies in Einklang mit den jetzigen Umständen bringen.

Erleidet die CDU, gegen den Zeitgeist ausgerichtet, einen Imageschaden?

Eine deutlich christlich geprägte Union bekommt keinen Imageproblem, ganz im Gegenteil. Die Menschen wissen was Christen wollen, wofür sie sich einsetzen und welchen Werten sie folgen. Die CDU muss sich wieder mehr Profil geben und die Menschen damit ansprechen.

Die Bibel gibt doch die Frohe Botschaft vor, wo ist das Problem zu sagen: „Ich handele so, weil ich froh bin Christ zu sein‟. Eine moderne Volkspartei lebt von Veränderung, aber geteilten Überzeugungen. Das bewahrt den Markenkern.

Christ zu sein ist die tägliche Herausforderung, die ich mit Freude angehen kann, weil es Sinn macht dazuzulernen. „Ich bin froh – seid Ihr es auch!“ sagte Papst Johannes Paul 2. in seiner letzten Botschaft. Froh zu sein, egal wie mein Leben verläuft, denn: Sein Wille geschehe-….nicht meiner!

Wie geht es weiter?

Erst einmal ist Urlaub angesagt und danach beschäftigt sich der Arbeitskreis engagierter Katholiken mit den Arbeitsthesen zum Grundsatzprogramm.

Ich danke für das Gespräch.

Das Gespräch führte Nourdin Kamlah.