"Nichts ist feiger und gewissenloser als der Wunsch von allen Menschen geliebt zu werden." Marie Ebner-Eschenbach

„Buhrufe statt Halleluja“

Leserbrief zu „Buhrufe statt Halleluja“ (Sächsische Zeitung vom 27.08.2011)

Wenn Herr Wowereit meint, er könne festlegen, welche Thesen in die heutige Zeit passen und welche nicht, ist das eine Anmaßung.

Er unterstellt damit, dass die weltweit mehr als 1 Milliarden Katholiken nicht in unsere Zeit gehören und deren Glauben zurecht zu bekämpfen sei. Er fordert damit praktisch öffentlich auf, den Papst bei seinem Besuch in Berlin mit Buhrufen zu empfangen. Auf der anderen Seite will er dem Papst aber die Hand schütteln.

Ist das nicht verrückt? Es mag für Ihn unbequem sein, dass die Kirchen darauf hinweisen, dass das Leben mehr ist als Party und Sex in allen Varianten. Vielleicht sollte er darüber nachdenken, wie Religion dem Leben einen Sinn geben kann. Er sollte die christliche Botschaft, die auch der Papst verkündet, dass Gott jeden einzelnen Menschen liebt, mal auf sich wirken lassen. Aber Wowereit sollte damit aufhören, sein Amt als Regierender Bürgermeister der deutschen Hauptstadt zu missbrauchen, um seine privaten Vorlieben mal wieder in den Vordergrund zu stellen!