"Ohne Gott ist alles erlaubt"  F. M. Dostojewski

Mauerfall und friedliche Revolution vor 25 Jahren – Gedenken und Gedanken

Wenn ich als Katholik an die friedliche Revolution vor 25 Jahren denke, dann zuerst mit Dankbarkeit. Als Christ darf man Gottes Fügung erkennen, dass es gewaltfrei gelang, eine wehrhafte Diktatur zu Fall zu bringen, auch wenn diese anfangs noch Gewalt angewandt hatte (z.B. in Dresden Anfang Oktober 1989). Mit der Mauer fiel eine unmenschliche Grenze, die 17 Millionen Deutsche praktisch eingesperrt hatte. Wer sich damit nicht abfinden konnte, riskierte sein Leben wie die Mauertoten leider belegen.

Nach 12 Jahre Nationalsozialistischer Diktatur, stalinistischer Besatzung und 40 Jahren realem DDR-Sozialismus waren es die Minderheit der Christen, die an den Rand gedrängten Kirchen, die dem Protest Raum und Möglichkeiten boten. Persönlichkeiten wie der evangelische Pfarrer Christian Führer in Leipzig und der katholische Kaplan Frank Richter sind Beispiele für das Engagement der Kirchen. Danach entstanden „Runde Tische“ für den Dialog zwischen den (noch) Machthabern und dem Volk moderieren sollten. Auch hier waren es oft Geistliche die als Vermittler und Moderatoren gefragt waren.

Die friedliche Revolution zeigte, Christen können und müssen sich in die Gesellschaft einbringen. Gesellschaftliches Engagement hat immer eine dienende Funktion. Das wird in der Politik oft übersehen, wenn die Versuchungen der Macht wirken und in den Vordergrund treten.

Die friedliche Revolution hat gezeigt, wenn Menschen zusammenstehen, dann können sie Machtmissbrauch eindämmen und ihre berechtigten Interessen durchsetzen.

Die friedliche Revolution hat den Menschen nicht nur Reisefreiheit gebracht, auch die anderen Freiheiten wie Meinungsfreiheit, Pressefreiheit und Versammlungsfreiheit. Diese Freiheiten sind nicht selbstverständlich. Sie müssen auf der einen Seite verantwortungsbewusst gebraucht werden, auf der anderen Seite aber auch entschieden verteidigt werden. Denn auch heute sind diese Freiheiten bedroht.

Die Meinungsfreiheit wird durch die „Politische Korrektheit“ eine Kombination von Feigheit und Lüge eingeengt. Medien erscheinen oft sehr gleichartig, wollen oft statt informieren erziehen und indoktrinieren.

Die Versammlungsfreiheit ist ebenso bedroht. Nicht nur wenn in Dresden genehmigte Demonstrationen von Rechtsextremisten, die das Gedenken an die Bombenopfer missbrauchen, blockiert werden. Der „Marsch für das Leben“ wurde von der Linkspartei, die andere Meinungen nicht ertragen kann, nicht nur in einer kleinen Anfrage diffamiert. Diese Partei hat auch Gegendemonstranten finanziell unterstützt und so möglicherweise auch einen Beitrag zum Anschlag auf eine Berliner Kirche geleistet. Dass diese Partei mit Hilfe der Grünen und der Sozialdemokraten in Thüringen den Ministerpräsidenten stellen will, ist deshalb Anlass wachsam zu sein, was den Erhalt von Freiheiten und Demokratie betrifft!

25 Jahre nach dem Mauerfall und der friedlichen Revolution können wir dankbar sein, für die Freiheiten und die Möglichkeiten, die den Menschen in Sachsen ermöglicht wurden! Diese Freiheiten müssen verantwortungsvoll genutzt, gepflegt und wenn nötig entschieden verteidigt werden.

Als Katholiken in der Sächsischen Union CDU wollen wir dazu unseren Beitrag leisten.