"Bitte nicht um eine leichte Bürde - bitte um einen starken Rücken." Franklin Delano Roosevelt (1882-1945)

25 Jahre Deutsche Einheit - Gottes Wirken in der Geschichte?

Am 3. Oktober ist es ein viertel Jahrhundert her, dass die deutsche Einheit vollendet wurde.  Wir haben allen Grund dankbar zu sein, dass sich die Einheit unseres Landes so überraschend und gleichzeitig so friedlich vollziehen konnte. 

 

Als Christen wissen wir um das Wirken Gottes in der Geschichte, wie es insbesondere das Alte Testament erzählt. Die 40 Jahre der deutschen Teilung erinnern an 40 Jahre Wüstenwanderung des Volkes Israel. Die Herstellung der staatlichen Einheit ist in diesem Sinn der Schritt in das gelobte Land gewesen. Die Heilige Schrift zeigt uns, dass auch im Land wo „Milch und Honig“ fließen, manche Mühsal wartete. Insofern waren und sind Herausforderungen beim Zusammenwachsen von Ost und West normal.  

Im Osten, unter sowjetischer Besatzung, stand die Einheit des deutschen Volkes nicht zur Debatte. Aber auch im „freien Westen“ verzagten kleingläubige Geister. 1984 nannte der SPD Vorsitzende Willy Brandt die Wiedervereinigung eine Lebenslüge. Joschka Fischer hatte als Fraktionsvorsitzender der Grünen im hessischen Landtag gefordert: "Wir sollten das Wiedervereinigungsgebot des Grundgesetzes aus der Verfassung streichen."

Die Wiedervereinigung ist nicht zuletzt auch das Verdienst der CDU und ihres Vorsitzenden Helmut Kohl, der die Chance gesehen und entschlossen gehandelt hat. Die CDU hat sich im Gegensatz zu anderen Parteien immer zum Ziel der Deutschen Einheit bekannt.

Vor 25 Jahren wurde juristisch vollendet, was mit den Demonstrationen im Herbst 1989 begann und mit dem Mauerfall am 9. November 1989 einen Höhepunkt erreichte.  25 Jahre Deutsche Einheit, das heißt z.B. 25 Jahre echte Religionsfreiheit, Reisefreiheit, Meinungs- und Pressefreiheit. Die friedliche Revolution und die Politik danach wurden von vielen Christen darunter zahlreiche Katholiken wesentlich mitgestaltet.

Der Blick in die Heilige Schrift zeigt aber auch, dass man nicht die falschen Götter anbeten darf. Das heißt, die errungenen Freiheiten sind nicht selbstverständlich und müssen immer wieder neu gewürdigt und verteidigt werden.

 

03. Oktober 2015