"Man darf nicht einfach aufgeben, das Evangelium zu verkündigen. Es schien ja auch inder griechisch-römischen Welt völlig absurd, dass da ein paar Juden hinausgehen und die große, gelehrte, gescheite griechisch römische Welt für das Christentum zu gewinnen suchen." Benedikt XVI.

„Verherrlicht ist Gott in der Höhe und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade“ (Lk. 2, 14) – Gedanken zur Weihnachtsbotschaft

„Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen auf Erden!“ Heißt es in einer anderen Übersetzung. Dieses erste Weihnachtslied hat uns der Evangelist Lukas überliefert.

 

Müssen die Worte „auf Erden ist Friede“ vielen Menschen im Rückblick auf das Jahr 2014 nicht wie ein Hohn vorkommen? Kriege, Vertreibung und Gewalt im Nahen Osten, in der Ukraine, in Nigeria und an vielen anderen Orten der Welt, die es zum Teil nicht einmal mehr in unsere Nachrichten schaffen, scheinen dieses Jahr zu bestimmen. Christen werden in vielen Ländern verfolgt, durch Blasphemiegesetze kriminalisiert, von Nachbarn gelyncht.

Ist das der Frieden der Weihnacht?

Schauen wir auf Christus. Auch zur Zeit Jesu bestimmte Gewalt das Leben der Menschen. Beispiele sind der Kindermord von Bethlehem, die (verhinderte) Steinigung der Ehebrecherin, die Steinigung des Stephanus, die uns am zweiten Weihnachtstag liturgisch aus einer falschen Besinnlichkeit in die Realität zurückholt, und nicht zuletzt Jesu Kreuzestod, mit dem er für uns Tod und Sünde überwunden hat.

Was heißt dann „Friede auf Erden“ in diesem allerersten Weihnachtslied der Engel in Bethlehem?

Joseph Kardinal Ratzinger (später Benedikt XVI.) hat als Erzbischof von München geschrieben:

„Das ist die Friedenslehre von Bethlehem: Friede der Menschen kommt aus der Ehre Gottes. Wem es um die Menschen und um ihr Heil zu tun ist, der muss zu allererst um die Ehre Gottes besorgt sein. Ehre Gottes ist nicht eine Privatsache, mit der es jeder nach Belieben halten kann, sondern eine öffentliche Angelegenheit. Sie ist ein gemeinsames Gut, und wo Gott unter den Menschen nicht in Ehren steht, da kann auch der Mensch nicht in Ehren bleiben. Weihnachten hat deshalb mit dem Frieden zu tun, weil Gottes Ehre darin unter den Menschen neu hergestellt wurde.“

(Quelle: Benedikt XVI. Joseph Ratzinger, Der Segen der Weihnacht, Verlag Herder Freiburg im Breisgau 2005)

Geben wir Gott die Ehre, fangen wir bei uns an. Bringen wir unsere Überzeugung aber auch dort ein, wo wir leben und wirken, auf Arbeit und in der Politik. Wenn die Ehre Gottes eine „öffentliche Angelegenheit“ ist und nicht der Mensch allein die Maßstäbe setzt, ist auch Friede möglich.

In diesem Sinne wünscht der Katholische Arbeitskreis in der sächsischen Union:

Frohe Weihnachten und ein gesegnetes friedvolles Jahr 2015!