Der Schaden der Kirche kommt nicht von ihren Gegnern, sondern von den lauen Christen.  Benedikt XVI.

Wie ticken Katholiken - ein Abend mit der katholische Soziallehre

Auf Einladung des Katholischen Arbeitskreises in der CDU Sachsen war der Leiter des katholischen Büro in Sachsen, Diakon Dr. Frank, zu Gast in der Pfarrei Riesa.

Nur physisch auf Distanz (wegen der Corona Regeln): Dr. Frank (rechts) und Mathias Kretschmer (Vorsitzender des KA in Sachsen)

Dr. Frank betonte: „Katholiken sind nicht per se bessere Menschen“. Was macht aber dann das Christliche, Katholische aus? Er las dazu einen Brief aus dem 3. Jahrhundert vor. Es sind nicht die äußeren Dinge, sondern die innere Einstellung, das Leben auf ein ewiges Ziel hin. Die Taufe ist ein Auftrag.

In seinem engagierten Vortrag erwähnte Dr. Frank immer wieder die biblischen Grundlagen der Soziallehre deren wesentlicher Punkt die Gottebenbildlichkeit des Menschen ist.  Daraus bezieht der Mensch seine unantastbare Würde: „Der erste Satz des Grundgesetzes kommt aus der katholische Soziallehre!“ Seit der ersten Sozialenzyklika „Rerum Novarum“ (Leo XIII. 1891) bis „Laudato Si“ Franziskus 2015, wurde die Soziallehre immer wieder weiterentwickelt und wird es auch in Zukunft sein. Die derzeitige digitale Revolution ist z.B. ein Thema, das einer weiteren Vertiefung in der Soziallehre bedarf.

Die Soziallehre kann man als Dreieck auffassen. Oben die Würde des Menschen an den Seiten die Personalität und das Gemeinwohl. Aufgabe der Soziallehre ist es die rechte Balance zwischen den Ansprüchen der Individuen und der Gemeinschaft zu finden, also Personalität und Gemeinwohl in Einklang zu bringen. Daraus resultieren das Solidaritätsprinzip (das auch kommende Generationen gilt, Stichwort Nachhaltigkeit) und das Subsidiaritätsprinzip (das man bei sich selbst anfangen muss). Zur Soziallehre gehören auch ethische Fragen, wie der Schutz des ungeborenen Lebens und ob es ein „Recht“ auf Kinder gibt,

In der Diskussion wurde bedauert, dass diese Prinzipien in der Politik nicht eingehalten werden, ja wahrscheinlich meist nicht bekannt sind. Dr. Frank sieht es als seine Aufgabe, dieses Thema in seinen Kontakten mit Politikern immer mit einfließen zu lassen. Beim Thema Nachhaltigkeit geht es nicht nur um die Umwelt, sondern auch um die Frage der Verschuldung und des Zustandes von Wirtschaft und Infrastruktur, die wir kommenden Generationen hinterlassen. Die Maßstäbe, die Politiker da ansetzen, können natürlich verschieden sein. Dabei ist es aber ein Problem, dass Politiker in Wahlperioden denken und vor allem ihre Wiederwahl im Blick.

Vielen Dank Dr. Frank für diesen informativen und anregenden Abend!

 

Dokumente zur Soziallehre sind unter der Schaltfläche Soziallehre (oben rechts) verlinkt.