"Wenn Sie in die Welt hineinschauen, sehen Sie keinen Himmel, aber Sie sehen überall die Spuren Gottes." Benedikt XVI.

28. Dezember - Fest der unschuldigen Kinder: "Ist es gerecht, jemanden umzubringen, um ein Problem zu lösen?“

Ob der Kindermord von Bethlehem eine historische Tatsache ist, ist umstritten. Aber es ist leider wahr, dass es viele Kinder in der Welt gibt, die unschuldig leiden. Auch in unserem wohlhabenden Land, wo Frieden herrscht und kein Hunger droht, erleiden Kinder einen frühen vermeidbaren Tod.

„Lasst den Menschen leben“ sagte der Berliner Erzbischof Dr. Heiner Koch in seinem Grußwort zum Marsch für das Leben 2016.

Nach offiziellen Zahlen werden in Deutschland über einhunderttausend Kinder jedes Jahr vor der Geburt getötet. Seit der deutschen Einheit wurde in unserem Land der Herzschlag von ca. drei Millionen Menschen, mit der Schwangerschaft abgebrochen. Die Diskussion über das Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche ist deshalb nicht nachvollziehbar. Bei dieser hohen Anzahl kann es kein Informationsdefizit darüber geben, wo und wie dieser rechtswidrige aber bedingt straffreie Eingriff durchgeführt werden kann. Es gibt aber offenbar ein Informationsdefizit, dass ein Schwangerschaftsabbruch zum Tod eines kleinen wehrlosen Menschen führt. Hier gibt es dringenden Bedarf nach besseren und wahren Informationen. Analog den Warnungen auf Zigarettenpackungen sollte z.B. klar gestellt werden: „Der Schwangerschaftsabbruch tötet Ihr Kind“. Erklärende Bilder wären ebenfalls angebracht.

Die Jugend der SPD will nicht nur die Abschaffung des Werbeverbotes für Abtreibungen sondern geht noch deutlich weiter und ist dabei ehrlicher (man darf auch über Jusos was Positives schreiben). Zurecht bekennen die Jusos, dass die Frist von 12 Wochen willkürlich ist (schließlich ist der Mensch ab Zeugung Mensch). Sie ziehen daraus aber den falschen Schluss, eine Tötung eines Kindes im Mutterleib bis kurz vor der Geburt zu legalisieren, also §218 abzuschaffen. Sie fordern zudem eine neutrale, ergebnisoffene Beratung, also eine Beratung, die den Verfassungsauftrag, die Würde und das Leben der Ungeborenen zu schützen, negiert. Dazu soll auch das Demonstrationsrecht, also ein demokratisches Grundrecht!, vor Abtreibungskliniken eingeschränkt werden. Damit würden tendenziell die kriminalisiert, die für das Leben und für die Menschenwürde sind. Das sind z.B. auch Ärzte und Mitarbeiter in Krankenhäusern, die aus gut begründeten Gewissensgründen eine Mitwirkung an der Tötung von unschuldigen Menschen ablehnen.

Leider sind die Jusos mit solchen Ideen nicht allein. Die Forderung nach der Einschränkung des Demonstrationsrechtes für Menschen, die sich für die Würde und den Schutz des ungeborenen Lebens einsetzen, ist auch im hessischen Koalitionsvertrag von C!DU und Grünen (Seite 32) verankert.

Eine Aufhebung des Werbeverbotes für Abtreibungen und eine scheibchenweise Legalisierung der Abtreibung bis kurz vor der Geburt, wie es SPD, Linke und Grüne anstreben, wird der Würde des Menschen nicht gerecht. Eine positivistische Rechtsprechung macht das Naturrecht nicht unwirksam. Unrecht kann mit Mehrheitsentscheidungen legalisiert werden, aber es wird niemals Recht.

Papst Franziskus fragt zurecht: "Ist es gerecht, jemanden umzubringen, um ein Problem zu lösen?“

Es ist christliche Pflicht, sich den Bestrebungen der linken Parteien entgegen zu stellen und sich für den Schutz des Lebens einzusetzen. Dazu gibt es viele Wege: persönliches Bekenntnis, Aufklärung und Unterstützung von Aktivitäten wie z.B. dem „Marsch für das Leben“, der „Stiftung Ja zum Leben“ oder "Aktion SOS Leben der DVCK e.V.". Das ist alle Anstrengungen wert, denn: „Wer auch immer ein einziges Leben rettet, der ist, als ob er die ganze Welt gerettet hätte” (Talmud)

 

Nachtrag: Am 13.12.2018 fand im Bundestag eine aktuelle Stunde zum JUSO-Beschluss statt.

Alexander Hoffmann (CDU/CSU):

"Wir leben in einem Land, in dem wir Werbeverbote für Arzneimittel, Tabak und Glücksspiel haben, und ich sage Ihnen: Das muss dann erst recht im Bereich der Abtreibung gelten. ...

Ich bedauere, dass die Debatte heute gezeigt hat, dass wir in Sachen Lebensschutz offensichtlich in manchen Bereichen immer noch keinen gesellschaftspolitischen Konsens haben."

Hier kann die Debatte angesehen werden:

https://www.bundestag.de/mediathek?videoid=7307230#url=bWVkaWF0aGVrb3ZlcmxheT92aWRlb2lkPTczMDcyMzA=&mod=mediathek