"Ohne Gott ist alles erlaubt"  F. M. Dostojewski

Ostern – Neuer Raum des Lebens und des Mitseins mit Gott

Es fällt schwer, das, was Ostern wirklich bedeutet, zu erfassen. Wenn es um das Göttliche geht, können wir nur versuchen, Analogien zu finden und werden damit immer unangemessen bleiben.

Der Frühling in unseren Breiten, dieser Aufbruch des Lebens in der Natur, die scheinbar im Winter abgestorben war, kann einen vagen Hinweis geben, was Ostern heißt.  

So wie dieses Pflänzchen zwischen totem Laub als neues Leben hervorkommt, so ist auch Christus durch den Tod gegangen und auf neue Weise fruchtbar geworden. Was sich Ostern ereignet hat, geht jedoch wesentlich über die Biologie hinaus:

„Wesentlich ist, dass mit der Auferstehung Jesu nicht irgendein einzelner Toter irgendwann einmal revitalisiert wurde, sondern dass in der Auferstehung ein ontologischer, das Sein als solcher berührender Sprung geschah, dass eine Dimension eröffnet wurde, die uns alle angeht und die für uns alle einen neuen Raum des Lebens und des Mitseins mit Gott geschaffen hat.“

Auch den Evangelisten rangen damit, dieses Ereignis in Worte zu fassen, die Gegenwart Jesu und doch die Andersheit, diese neue Dimension des Seins. Maria Magdalena hält ihn für den Gärtner, und bekennt erst von Jesu angesprochen „Rabbuni“, die Emmausjünger sind von Blindheit geschlagen und erkennen ihn beim Brechen des Brotes. Es lohnt sich die Bekenntnisse der Zeugen immer wieder neu zu bedenken:

„Wenn wir den Zeugen wachen Herzens zuhören und uns den Zeichen öffnen, mit denen der Herr sie und sich selbst immer neu beglaubigt, dann wissen wir es: Er ist wahrhaft auferstanden. Er ist der Lebende. Ihm vertrauen wir uns an und wissen, dass wir auf dem rechten Weg sind. Mit Thomas legen wir unsere Hände in die durchbohrte Seite Jesu und bekennen: ‚Mein Herr und Mein Gott‘ (Joh. 20, 28).“

Zitate aus Benedikt XVI. Jesus von Nazareth, Band 2, Herder 2011